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Ratgeber

SLS, SLA oder FDM: Verfahren für Prototypen und Kleinserien vergleichen

Ein praxisnaher Vergleich nach Funktion, Oberfläche, Geometrie, Stückzahl, Nachbearbeitung und Beschaffungsrisiko.

Redaktion Additive Germany · aktualisiert am 2026-09-10

Nach der Aufgabe des Bauteils entscheiden

FDM extrudiert Thermoplast, SLA härtet flüssiges Harz, SLS verschmilzt Polymerpulver. Kein Verfahren ist allgemein das beste. Entscheidend sind Last, Temperatur, Oberfläche, Detailgrad, Geometrie, Menge, Termin und gewünschte Nachbearbeitung.

FDM: schnelle Iterationen und robuste Geometrien

FDM eignet sich oft für frühe Funktionsmuster, Vorrichtungen und größere, relativ einfache Bauteile. Prüfe den tatsächlichen Werkstoff, die Schichtrichtung, Stützstrukturen, sichtbare Schichtlinien und den Verzug. Mechanische Eigenschaften können richtungsabhängig sein.

SLA: Detail und glatte Oberfläche

SLA wird häufig für feine Details, visuelle Modelle, Form- und Passprüfungen oder spezielle Harze gewählt. Kläre Harzeigenschaften, Stützspuren, Waschen, Nachhärten, Alterung und Temperaturbeständigkeit. Ein schönes Anschauungsmodell ist nicht automatisch ein dauerhaft belastbares Produktionsteil.

SLS: komplexe Polymerteile und Kleinserien

SLS benötigt typischerweise keine separaten Stützstrukturen und erlaubt komplexe Geometrien sowie eine dichte Bauraumbelegung. Zu klären sind Pulverzustand, Abkühlung, Entpulvern, Porosität, Maßhaltigkeit, Oberflächenrauheit, Färben und Wiederholbarkeit.

Direkter Vergleich

Für die Vorauswahl hilft eine einfache Regel: FDM bei schneller, robuster Iteration; SLA bei Detail und Oberfläche; SLS bei komplexen funktionsfähigen Polymerteilen und mehreren Teilen pro Baujob. Der Anbieter muss diese Annahme anhand des konkreten Bauteils bestätigen.

  • FDM: oft niedriger Einstieg, sichtbare Schichten, Orientierung beachten
  • SLA: hohe Detailtreue, Harz und Nachhärtung prüfen
  • SLS: geometrische Freiheit, Entpulvern und Oberfläche einplanen

Vor der Anfrage

Checkliste

  • 01Einsatz: visuell, Passprüfung, Funktion oder Last
  • 02Temperatur, Chemikalien und Außenanwendung
  • 03Oberfläche, Farbe und Detailgrad
  • 04Toleranzen und kritische Maße
  • 05Menge, Termin und Nachbearbeitung

Quellen und passende Startpunkte